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30 Jahre Thomas Henne Fotodesign

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Am 1. September 1990 erhielt ich meinen Gewerbeschein vom Ordnungsamt Mannheim und war, nach meiner Ausbildung zum Fotograf beim Landesmuseum für Technik und Arbeit (heute Technoseum) und abschließender Gesellenprüfung, von nun an selbständiger Freier Fotograf.

Ich erarbeitete mir in den ersten Jahren einen großen Kundenkreis und durch die Arbeit für den Mannheimer Morgen lernte ich viele Menschen kennen, die mich auf meinem weiteren Weg auch lange begleitet haben. Ich erlebte in dreißig Jahren viele Höhen, aber auch Tiefen. Während ich in den ersten 10 Jahren keinen Tag Urlaub machte und mein Geschäft mich nicht nur rundum versorgte, sondern auch beschäftigte, änderte sich zu Beginn der 2000er Jahre alles. Aus der kontinuierlichen Erfolgskurve wurde eine Sinuskurve und auf gute Jahre folgten durchwachsene. Aber das war dann der Lauf der Dinge, der sich in allen Bereichen des Geschäftslebens und in allen Branchen wiederspiegelte. 

Vor fünf Jahren feierte ich dann mein 25-jähriges Jubiläum und hätte niemals daran gedacht, dass einmal ein mikrospopisch kleines Teilchen namens Corona mein 30-jähriges Jubiläum überschatten wird.

Wie alle meine Kolleginnen und Kollegen kämpfe ich in dieser schwierigen Zeit ums Überleben und kann nur hoffen, dass es irgendwie weitergehen kann.

Ich danke allen meinen Kunden, die mir seit vielen Jahren ihr Vertrauen schenken, für die ich Produkte, Personen und Events fotografieren durfte, vom kleinen Schmuckstück, bis zur Maschine in der Größe eines Einfamilienhauses. Ich danke ganz besonders der Firma und Familie Fuchs, die vor 30 Jahren auf einer Veranstaltung auf dem Maimarkt zu meinem ersten Kunden wurde und die ich als junger Freier Fotograf betreuen durfte und bis heute noch darf!

Was habe ich nicht alles erlebt in dieser Zeit: Ich habe Promis und Berühmtheiten fotografiert, wie Peter Ustinov, Udo Jürgens, Charlie Duke, Buzz Aldrin und Fred Haise, Helmut Kohl, Xavier Naidoo, Bülent Ceylan, Udo Lindenberg, Ulrich Walter, Ulf Merbold, König Juan Carlos und Köngin Sophia von Spanien und natürlich Politiker aller Couleur und Künstler aller ART…

Ich habe Kunstkalender produziert und Foto-Bücher, Ausstellungen veranstaltet und Vorträge gehalten, und mich auch einmal mit der branchenfremden Welt der Haute Horlogerie beschäftigt. 

Ich musste ebenso in (mir verhasster) schwindelerregender Höhe fotografieren, als auch in unbequemen Positionen und Haltungen. Mal war es dreckig und staubig, wie einst in einer Müllsortieranlage, mal war es feucht und tropisch, wie im Schmetterlingshaus im Luisenpark. Ich fotografierte Fastnachtsprinzessinnen- und Prinzen, Wahlkandidaten, Models, Tiere, Pflanzen und Gebäude und habe gerade bei meiner Tätigkeit für die Museen der Region, sehr viel gelernt. Ob es die Latrinenfunde aus einem mittelalterlichen Haus in Heidelberg waren, die mir ihre Geschichte erzählten, oder die Kunstobjekte im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen, ob es die „Fett-Tasse“ von Joseph Beuys war, oder die kunstvoll geschnitzte Madonna aus dem 17. Jahrhundert, alle Exponate haben meinen Horizont erweitert und mein Leben bereichert.

Unververzichtbar und immer wieder spannend war meine Arbeit für zahlreiche Medien, wie den Vorortzeitungen des Künster-Verlags, dem Mannheimer Morgen und des TOP Magazins. Nun steht das neue TOP MetropolJournal, für das ich auch redaktionell aktiv bin, im Fokus. Als Fotograf und Redakteur habe ich in 30 Jahren unglaublich viel erlebt (und durchgemacht…).

Nicht zu vergessen, die unzähligen „Bälle der Sterne“ von Radio Regenbogen, die „Regenbogen Awards“, oder die „Weißen Bälle“ vom Feuerio, jeder Abend wurde unvergesslich und ist ein wichtiger Baustein in meinem großen Schatz wunderbarer Erinnerungen!

Danke auch an alle, Kolleginnen und Kollegen, die mich unterstützt haben, die vielen Freunde und Bekannte, die mir bei außergewöhnlichen Shootings zur Seite standen, oder als „Komparsen“ mit auf ein Bild gebannt wurden. Ohne alle diese Menschen, könnte ich nun nicht mein 30jähriges Jubiläum begehen.

Aber besonderer Dank gilt meinen Eltern, besonders meinem Vater, ohne den ich die schwierigsten Situationen nicht hätte meistern und überleben können. Sie haben mich beide stets unterstützt und standen hinter mir, obwohl für meinen Vater (Ingenieur) ein künstlersicher Beruf zum Anfang nichts „Gscheits“ war… 

Danke an meine Lebensgefährtin, die alle meine beruflichen Termine an Sonn- und Feiertagen sowie an Famlienfeiern akzeptiert und ertragen hat und an meine Freunde, die oft ohne mich feiern mussten, da ich mal wieder im Einsatz war!

Nun, blicken wir auf eine ungewisse Zukunft und niemand weiß, was noch auf uns zukommenn wird.

Es wäre schön, wenn ich auch mein 40-jähriges Jubiläum begehen könnte und hoffe, dass sich die Situation, die auch für meine Kunden zum Teil existenzbedrohlich ist, verbessern wird, denn wir werden mit den neuen Lebensbedingungen noch lange leben müssen und keiner weiß, wie das weiter gehen wird…

DANKE für 30 JAHRE!